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Unter dem viel versprechenden Titel „Ab in den Süden“ lud der Sängerbund 1851 Vockenhausen am vorigen Sonntag zu seinem Sommerkonzert ein. Das Publikum bevölkerte den Blauen Saal im Rathaus I und freute sich auf eine musikalische Kreuzfahrt. Die Rolle des Traumschiffkapitäns übernahm der Erste Vorsitzende Roland Häuber. Er begrüßte alle Anwesenden. Dann legte das Schiff des Sängerbundes ab, vollgeladen mit beliebten Sommerhits.
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Der gemischte Chor des Sängerbundes 1851 Vockenhausen präsentierte sein Sommerprogramm „Ab in den Süden“ unter der Leitung von Konstantin Karklisiyski u. Solveig Wagner | Foto: Uta Kindermann

Der Männerchor des Sängerbundes enterte die Bühne in farbigen Shirts und Freizeithemden – passend zur bunten Dekoration mit aufblasbaren Palmen und einer lächelnden Sonne. Unter der Leitung von Konstantin Karklisiyski startete die Reise mit dem Volkslied „Tiritomba“ in Neapel. Der Chor überzeugte mit Rhythmusgefühl und jugendlichem Grundklang. Weiter ging es in die Italienische Schweiz mit dem Tessiner Volkslied „Pferde zu vieren traben“. Der Chor bot einen ausgewogenen Klangkörper mit starker Tenorlinie und souveränem Bass.

Unter Wasser tauchte das U-Boot „Yellow Submarine“. Die Sänger agierten darin sehr beweglich. Einige Passagen wurden gepfiffen, beeindruckende Kopfstimmen ließen sich hören und dafür gab es lautstarken Applaus.

Der Frauenchor, bunt gekleidet, übernahm das Ruder. Hier und dort prangte eine Blume im Haar oder eine lustige Sonnenbrille. Als Kapitänin am Pult agierte Solveig Wagner. „Lass’ die Sonne in dein Herz“ entfaltete sich klangschön. Sopran und Alt harmonierten melodisch und blieben in ihren Wechselgesängen geschmeidig.

Bei so viel Sonne schien es unausweichlich, in Honolulu anzudocken, um dort dem „Itsy-bitsy-teenie-weenie“ zu huldigen. Mit gewitzten Arrangements gelang es den Chordamen, aus einem Bikini-Song ein seriöses Chorwerk zu machen, was mit begeistertem Händeklatschen belohnt wurde. Der Anker fiel auch am Mittelmeer, wo „Zwei kleine Italiener“ auf die Brücke kamen.

Als Neptuntaufe dieser musikalischen Reise könnte der gemeinsame Auftritt der Sängerbund-Chöre mit allen „Neulingen“ gelten, die seit März geprobt hatten und an diesem Tag ihren großen Auftritt genossen.

Laut Reise-Programm folgte ein Abstecher nach Belgien zu dem italienischen Automechaniker Rocco Granata, der, von einem Werbeplakat für die Zigarettenmarke „Marina“ inspiriert, einen internationalen Welthit komponierte. Bei „Marina“ profitierte der gemischte Chor von allen Stimmgruppen und verlieh dem Lied facettenreiche Melodik. Die hellen Frauenstimmen ergänzten sich perfekt mit den volltönenden Männerstimmen.

Nach den gelungenen „Spanische Gitarren“ hieß es „Vorhang auf“, denn keine Kreuzfahrt ohne Show.

Musikalische Weltreise von Hit zu Hit

Fürs Showprogramm waren die Tänzerinnen des TSV Vockenhausen zuständig. In ihrer Choreographie kämpften Engel gegen Teufel. Das Publikum konnte sich nicht zwischen Gut und Böse entscheiden und belohnte beide mit begeistertem Applaus. 

Konzert unseres Chorprojekts 'Ab in den Süden'
Beim tänzerischen Zweikampf „Engel gegen Teufel“ von der Showtanzgruppe des TSV Vockenhausen gab es nur Sieger. | Foto: U. Kindermann

Im Anschluss gab es erfrischende Getränke, Sektkorken ploppten und Würstchen dufteten. Angeregte Gespräche zwischen Akteuren und Gästen, Lachen, Herzlichkeit und Gemeinschaft, alles was Chor ausmacht, lag auch in der Pause in der Luft.

Den zweiten Teil der musikalischen Rundreise eröffnete ein Landgang in die Welt des Gospels. „This little light of mine“ schien für die Frauenstimmen maßgeschneidert, ebenso „Ice in the sunshine“, ein Hit, der ursprünglich ein Werbejingle des Eisherstellers Langnese war. Die Herzen aller schmolzen beim Lied „Butterfly“ wie Eis in der Sonne dahin. Dankbarer Applaus verabschiedete den Frauenchor von der Bühne.

Eine Atmosphäre voller Lebenslust kreierte der Männerchor mit „La Montanara“. Beim „Santiano“ der gleichnamigen Band zeigten die Vockenhausener, wie seefest sie sind. Da stand plötzlich ein Shanty-Chor auf der Bühne. Die Tenöre sorgten für schmachtende Seefahrerromantik und die Bässe für die raue See. Das Publikum begleitete den Hochsee-Rock händeklatschend beim Refrain und belohnte die Sängermannschaft mit Bravorufen. „Das habt ihr gut gemacht“, rief eine Zuhörerin in der ersten Reihe.

Unterdessen setzte sich die Schiffsreise Richtung Mexiko fort. Beim „Sierra Madre“ legten die Männer allen Schmelz in ihre Stimmen, sekundiert von den Chorfrauen, die im Publikum leuchtende Glitzerblumengebinde schwenkten. Gemeinsam entstand ein Gesamtkunstwerk, welches die Zuhörenden sichtlich bewegte.

Konzert unseres Chorprojekts 'Ab in den Süden'
Der gemischte Chor des Sängerbundes 1851 Vockenhausen präsentierte sein Sommerprogramm „Ab in den Süden“ unter der Leitung von Konstantin Karklisiyski und Solveig Wagner | Foto: Uta Kindermann

Das Kreuzfahrtschiff stoppte seine Maschinen bei den „Capri-Fischern“. Der gemischte Chor malte mit wohligem Timbre „Die Sterne am Firmament“. Irgendwo im Publikum sang ein älterer Herr mit geschlossenen Augen mit. Vom Zauber der Stimmen blieb niemand verschont.

Mit „Capriccio“, deutsch betitelt „Unter südlicher Sonne“, legte das Kreuzfahrtschiff wieder in Vockenhausen an. Doch das Publikum war noch nicht bereit, von Bord zu gehen. So wurde das „Capriccio“ als Zugabe wiederholt. 

Wer selbst aktiv werden möchte, der schnuppert beim Sängerbund hinein. Geprobt wird im Vereinsraum im Untergeschoss des Rathaus I. Die Frauen treffen sich montags von 19 bis 20:30 Uhr. Der Männerchor singt donnerstags von 18 bis 19:30 Uhr. Jede Stimme ist dem Sängerbund Vockenhausen willkommen.

Eppsteiner Zeitung, Artikel vom 14.06.2023